Deutsche Rentenversicherung

Wiedersehen, das verbindet und bestärkt

Das Ehemaligentreffen in der Fachklinik Eußerthal

Musik, Gespräche, Begegnungen und viele vertraute Gesichter: Beim Ehemaligentreffen der Fachklinik Eußerthal am 5. September war in und rund um die Klinik einiges los. Das Duo „Only Two“ sorgte für musikalische Begleitung, in der Kapelle konnte Musiktherapie erlebt werden, beim Bogenschießen wurde ausprobiert und auch die Lamas waren wieder mit dabei. Dazwischen blieb vor allem eines: viel Zeit zum Wiedersehen, Erinnern und Austauschen.

17 Stunden Anreise

Für manche war der Weg zurück nach Eußerthal erstaunlich weit. Eine Anreise dauerte rund 17 Stunden, ein ehemaliger Patient kam sogar mit dem Fahrrad aus Karlsruhe. Auch aus Cuxhaven reisten Gäste an und verbanden den Besuch mit einem Urlaub in der Region. Rund 160 Menschen hatten sich im Vorfeld für das Ehemaligentreffen angemeldet.

Ein magischer Ort

Wie viel die gemeinsame Zeit in Eußerthal auch Jahre später noch bedeuten kann, wurde bereits bei der Begrüßung deutlich. Die Klinikleitung las die Nachricht einer ehemaligen Patientin aus Nordeutschland vor, die kurzfristig nicht teilnehmen konnte. Sie schrieb:

„Das Eußerthal wird für mich immer ein ganz besonderer, irgendwie magischer Ort bleiben.“

Sie erinnerte sich an viele Begegnungen, an das Gefühl, sich in der Klinik gut aufgehoben gefühlt zu haben, aber auch an die nicht immer einfachen Momente der Selbstreflexion. Vieles von dem, was sie während ihrer Rehabilitation gelernt habe, habe sie in ihren Alltag mitnehmen können. Bis heute sei sie nicht rückfällig geworden.

Ehemaligentreffen 2026 Quelle: DRV-RLP

Ehemalige halten zusammen

Auch vor Ort war zu spüren, dass die Rückkehr an den Ort der eigenen Suchtrehabilitation für viele etwas Besonderes ist. Manche kamen zunächst für sich an, bevor Gespräche entstanden und bekannte Gesichter wiederentdeckt wurden. Besonders schön zeigte sich die Verbundenheit bei drei ehemaligen Patienten, die bis heute regelmäßig Kontakt halten und füreinander da sind, wenn einer Unterstützung braucht. Für das Ehemaligentreffen hatten sie sich sogar gemeinsame T-Shirts anfertigen lassen.

Treffen als wichtiger Anker

Dass Abstinenz auch nach längerer Zeit eine bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Alltag bleiben kann, wurde in einer der Gesprächsrunden deutlich. Eine Teilnehmerin erzählte, wie selbstverständlich Alkohol in unserer Alltagssprache und unserem Umfeld oft präsent ist – vom „verdienten Aperol“ bis zum Feierabendbier. Gerade in stressigen Phasen könne das herausfordernd sein. Das Ehemaligentreffen beschrieb sie deshalb als eine Art „Anker“: als Gelegenheit, sich mit anderen auszutauschen, sich an den eigenen Weg zu erinnern und neue Bestärkung für den Alltag mitzunehmen.

Ein ehemaliger Patient brachte einen ähnlichen Gedanken in der Gesprächsrunde auf den Punkt: „Abstinenz ist kein Zustand, Abstinenz ist eine Entscheidung.“

Ehemalig, kann vieles bedeuten

Dabei machte auch der Chefarzt der Klinik, Dr. med. Achim Gooss deutlich: "Beim Ehemaligentreffen sind alle willkommen." Denn „ehemalig“ könne vieles bedeuten – Lebenswege nach einer Rehabilitation verlaufen unterschiedlich, manche Menschen kommen auch erneut zur Behandlung. Entscheidend sei die gemeinsame Erfahrung und die Möglichkeit, sich wiederzusehen, auszutauschen und gegenseitig zu stärken.