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"Aus dem Sturm in meiner Seele einen erträglichen Wind machen..." - Werke von Patienten der Fachklinik Eußerthal, Rehabilitationsklinik für Abhängigkeitskranke der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz, im Frank-Loebschen Haus, Landau
Das kulturelle Leben gehört auch zum Alltag einer Rehabilitationsklinik; daher ist Kreatives Gestalten seit langem fester Bestandteil in der Behandlung von seelischen Störungen.
Der kreative Prozess kann die Tür zu verschütteten Gefühlen öffnen, zeigt den Abhängigkeitserkrankten einen Weg auf, innere Befindlichkeiten auszudrücken und sich anders wahrzunehmen.
Angst, Verzweiflung, das Empfinden aus dem Leben getragen zu sein, aber auch Sehnsucht und Hoffnung fließen in jeden Pinselstrich ein, zeigen sich in jedem Handgriff.
Beim Gestalten und im Gespräch werden Lebensentwürfe und Herzenswünsche aufgespürt; das Erleben von Selbstwirksamkeit neu erfahren; Sorgen, Beschwerden oder Erfahrungen von Gewalt, Vernachlässigung und Hilflosigkeit werden bearbeitet.
Das Kreative Gestalten in der Therapie bedeutet viel mehr als nur ein Ventil: mit dessen Hilfe gelingt es den Patienten, Unbeschreibliches auszudrücken, dem Unsagbaren Gestalt zu verleihen. Die Kunst wird zur Brücke für das Verständnis der Abhängigkeitserkrankung und ihrem schleichendem Prozess. Und davon profitiert nicht nur die Zusammenarbeit von Patient und Therapeut, auch Gesunde können einen Blick in die Seelenwelt der Betroffenen werfen. Durch die repräsentative Auswahl der Exponate erhält der Betrachter Einblick in Persönliches, in Belastendes, in Heiteres. Diese Vielfalt ist in der Ausstellung eingefangen und in den Räumen des Frank - Loebschen Hauses zu sehen.
Die Exponate vermitteln eine eindringliche Vorstellung des künstlerischen Potenzials der betroffenen Menschen.
Die Möglichkeit ihre Werke in der Öffentlichkeit auszustellen, vermittelt eine sonst nur selten erfahrbare Wertschätzung der Patienten, was für sie neue Hoffnung und Perspektiven eröffnet. Das in der Öffentlichkeit noch immer mit negativen Vorurteilen behaftete Bild des Abhängigkeitserkrankten, kann durch die Ausstellung zum Positiven verändert werden.
Zur Ausstellung kommen lebensgroße Körperbilder, Skulpturen, Acryl- und Aquarellbilder, Objekte in Holz, Speckstein und verfremdete Alltagsgegenstände.
Die Ausstellungseröffnung findet am 29.August 2009 in den Räumen des Frank -Loebschen -Hauses in Landau statt.
Sie beginnt um 15.00 Uhr mit der Eröffnungsansprache des Bürgermeisters der Stadt Landau, Thomas Hirsch.
Nach dem Grußwort des Chefarztes der Fachklinik Eußerthal, Arthur Günthner, stimmt die Kulturpädagogin und Kreativtherapeutin, Claudia Sieling, thematisch auf die Exponate ihrer Patienten ein.
Abgerundet wird die Kooperationsveranstaltung mit dem Kulturreferat der Stadt Landau und der Fachklinik Eußerthal durch Frank Bungartz am Digitalpiano.
Alles, was der Betrachter hier braucht, ist ein offener Geist, der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung ist noch bis 11.Oktober 2009 geöffnet.